Spital Uster - Geschäftsbericht 2009
«Das Spital Uster ist voller Tabus. Und trotzdem kennt es keine.»
In unserer offenen, toleranten Gesellschaft sind fast alle moralischen Schranken gefallen. Kaum ein Winkel menschlichen Seins wird nicht grell ausgeleuchtet oder zur Schau gestellt. Und doch existieren noch Tabus, an denen selbst aufgeklärte Zeitgenossen nicht oder nur verschämt rühren mögen. Themen wie Pflegebedürftigkeit, Sterben oder Aggression gegenüber Helfenden werden nach wie vor tabuisiert. Während über Gewalt und Sexualität ganz selbstverständlich und ungeniert geredet wird, scheut der Mensch davor, sich mit Abhängigkeit, Schmerz und Leid auseinanderzusetzen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Spitals sehen sich täglich mit den verschiedensten Tabu-Bereichen konfrontiert. Körperliche Nähe, leidende Menschen oder eigene Überforderung können sie genauso an ihre Grenzen bringen wie übermässiger Leistungs- und Kostendruck. Mit heiklen Situationen professionell umzugehen und gleichzeitig die Würde der Patientinnen und Patienten zu wahren, braucht psychische und physische Kraft. Dass wir im Jahresbericht 2009 einigen Tabu-Themen nachgehen, ist auch als Anerkennung für unsere Teams zu verstehen. Und als Zeichen für die Fähigkeit zur Selbstkritik und für unsere Offenheit gegenüber allem, was uns als Menschen auszeichnet. Edgar P. Hirt Präsident Andreas Mühlemann Spitaldirektor |
| Geschäftsbericht 2009 (2.4 MB) |


