«Es gehört dazu, unter grossem Zeitdruck Entscheidungen zu fällen.»

04.01.2012

Dr. Thomas Hillermann leitet seit fast zwei Jahren die Anästhesieabteilung. Welchen Beruf er beinahe ergriffen hätte und mit wem er gern einen Tag lang tauschen würde, verrät er im Interview.

Was schätzen Sie an Ihrem Beruf besonders?

Die Abwechslung: Die Anästhesie bietet eine gute Mischung aus Akutsituationen, medizinisch intellektuellen und handwerklichen Herausforderungen und stellt Anforderungen an Organisations- und Kommunikationstalent. Als Chefarzt habe ich ausserdem die Möglichkeit, die Strukturen, in denen man sich bewegt, mit gestalten zu können.

Was gehört zu den schönsten Momenten Ihres Berufslebens?

Es ist sehr befriedigend, Menschen in lebensbedrohlichen Akutsituationen dank guter Teamarbeit helfen zu können.

Und was sind schwierige Momente?

Wenn eben solche lebensbedrohlichen Situationen nicht gut ausgehen für einen Patienten und wir im Team anschliessend überlegen, ob man irgendetwas hätte anders oder besser machen können.

Was muss jemand mitbringen, um in Ihrem Beruf erfolgreich zu sein?

Neben fundierten medizinischen Kenntnissen und handwerklichem Geschick muss man als Anästhesist in der Lage sein unter Zeitdruck Entscheidungen zu treffen. Organisatorisches Geschick und kommunikative Fähigkeiten helfen sehr, um den Berufsalltag mit all seinen Schnittstellen erfolgreich zu bewältigen.

Weshalb und wann haben Sie Ihren Beruf gewählt?

Vor dem Medizinstudium habe ich als Rettungssanitäter gearbeitet. Zum einen hat mich diese Erfahrung zur Medizin gebracht und zum anderen waren es oft Anästhesisten, die in notfallmedizinischen Situationen souverän handelten.

Welchen Beruf wollten Sie als Teenager erlernen?

Konditor. Mit meiner Vorliebe für Süsses und handwerklichem Interesse habe ich etliche Wochen in einer Konditorei gearbeitet und mit dem Gedanke gespielt, diese Tätigkeit zum Beruf zu machen.

Mit wem würden Sie gern einmal für einen Tag tauschen?

Mit einem wirklich guten Bergsteiger – der Tausch müsste aber die bergsteigerischen Fähigkeiten beinhalten, so dass ich am Ende des Tages eine schwierige Wand bewältigt und einen tollen Gipfel erreicht hätte.

Worauf freuen Sie sich in der Zukunft?

Die Anästhesieabteilung weiterzuentwickeln und die Zukunft des Spitals Uster mit gestalten zu können – und vielleicht irgendwann doch noch einmal einen richtig hohen Berg zu besteigen.