«Patientenschicksale zu ertragen, ist manchmal sehr hart.»

09.07.2012

Als Leiterin der Notfallstation muss Claudia Hugentobler viele unplanbare Situationen meistern. Das macht die 51-Jährige seit mehr als drei Jahren mit sehr viel Elan.

Was schätzen Sie an Ihrem Beruf besonders?

Am meisten gefällt mir der Kontakt zu den Menschen – egal ob Patienten oder Mitarbeitende. Trotz der Führungsaufgaben arbeite ich aktiv auf der Notfallstation mit. Als sehr befriedigend erlebe ich das Gefühl, in sehr kurzer Zeit einen Zugang zum Patienten zu finden und ihn in der manchmal schwierigen Situation auf der Notfallstation begleiten zu dürfen.

Was gehört zu den schönsten Momenten Ihres Berufslebens?

Wenn ich erlebe, wie toll alle involvierten Disziplinen zusammenarbeiten und die Stimmung im Team auch in hektischen Momenten gut ist.

Und was sind schwierige Momente?

Um ehrlich zu sein, fällt mir der Umgang mit aggressiven, unzufriedenen Patienten nicht leicht. Auch Patientenschicksale zu ertragen, ist manchmal sehr hart. Wie damals vor einigen Jahren. Eine Mutter stirbt und mit ihrer 10-jährigen Tochter müssen wir Abschied von ihr nehmen.

Wieso und wann haben Sie Ihren Beruf gewählt?

Ich wollte schon immer Pflegefachfrau werden. Den Weg in die Führung habe ich bereits vor 25 Jahren als stellvertretende Stationsleitung gemacht.

Wie halten Sie die Balance zwischen Arbeit und Freizeit?

Tanzen, hier vor allem West Coast Swing, oder segeln, z.B. die  Greifenseeregatta, und auch verreisen halten mein Leben im Gleichgewicht. Im Alltag sorgen meine beiden erwachsenen Jungs für die nötige Abwechslung.

Worauf freuen Sie sich in der Zukunft?

Ich freue mich sehr auf die neuen Herausforderungen im Berufsleben. Uns stehen im Notfall einige Neuerungen bevor. Und privat freue ich mich, neue Reiseziele wie Patagonien und die Antarktis zu entdecken.