Gefässerkrankungen
Unser Angebot umfasst die Betreuung ambulanter und stationärer Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen der Arterien, Venen und Lymphgefässe.
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Krampfadern (Varikose)
Die Venen transportieren das sauerstoffarme Blut aus dem Körper zurück zum Herzen. Damit das Blut dabei nicht nach unten zurückfliesst, besitzen gesunde Venen funktionierende Klappen, die wie Ventile arbeiten. Wenn diese Klappen nicht mehr richtig schliessen, staut sich das Blut in den Beinen und der Venendruck steigt an. Dadurch können krankhafte Veränderungen entstehen. Eine Folge davon sind Krampfadern – dauerhaft erweiterte und geschlängelte oberflächliche Venen.
Beschwerden
- Spannungs-, Müdigkeits- und Wärmegefühl und/oder schwere Beine • nächtliche Wadenkrämpfe
- Juckreiz, Brennen oder Ziehen entlang der betroffenen Venen
- Schmerzen oder ziehende Missempfindungen
- Verstärkte Beschwerden bei Wärme (z. B. im Sommer), nach längerem Stehen oder Sitzen und auch abends
Komplikationen
- Schwellungszustände (z. B. geschwollenes Sprunggelenk)
- Hautveränderungen (Pigmentstörungen bis offene Beine)
- oberflächliche Venenentzündungen, Thrombosen
- nicht heilende Wunden
Behandlung
Zur Behandlung von Venenerkrankungen stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Die bewährteste und wichtigste Methode ist die Kompressionstherapie. Zusätzlich können Krampfadern gezielt saniert werden. Heute kommen überwiegend minimalinvasive Verfahren zum Einsatz, insbesondere die endovenöse Thermoablation und die Schaumverödung. Beide Methoden erfolgen in der Regel ambulant und ermöglichen eine rasche Erholung. Die endovenöse Thermoablation dauert meist nur kurz und wird nahezu immer unter lokaler Betäubung durchgeführt. Nur in wenigen Fällen ist eine operative Entfernung (Stripping) notwendig, welche häufig eine Narkose erfordert.
Verengung der Halsschlagadern (Carotisstenose)
Unter einer Carotisstenose versteht man eine Verengung der Halsschlagader, die das Gehirn mit Blut versorgt. Ursache sind meist Ablagerungen (Plaques) in der Gefässwand. Eine ausgeprägte Verengung kann das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen.
Beschwerden
Viele Betroffene haben lange keine Beschwerden, da das Gehirn häufig über Umgehungskreisläufe versorgt wird. Treten Symptome auf, kann es zu vorübergehenden neurologischen Ausfällen kommen, z. B.:
- Sehstörungen
- Lähmungen oder Schwäche
- Sprachstörungen
- Sensibilitätsstörungen
Solche vorübergehenden Ausfälle nennt man TIA (transitorische ischämische Attacke) oder «Steifung» im Volksmund. Sie gelten als Warnzeichen für einen Schlaganfall.
Diagnostik
Zur Abklärung werden zunächst Ultraschalluntersuchungen durchgeführt, um Ort, Ausprägung und Bedeutung der Verengung einzuschätzen. Ergänzend können CT- oder MR-Angiografien eingesetzt werden, um die Gefässe detailliert darzustellen und den Therapiebedarf zu beurteilen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild und dem Grad der Verengung. Wichtige Elemente sind die medikamentöse Therapie sowie die Kontrolle von Risikofaktoren (Blutdruck, Diabetes, Nikotin). Bei hochgradigen Stenosen oder nach TIA/Schlaganfall kann eine Gefässeröffnung sinnvoll sein. Diese erfolgt entweder durch eine kathetergestützte Aufdehnung mit Stent oder eine Operation (Carotisendarteriektomie). Ziel ist, das Risiko für einen Schlaganfall zu reduzieren.
Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) ist eine Durchblutungsstörung der Arme oder Beine. Am häufigsten sind die Beine betroffen. Im Volksmund wird das Krankheitsbild auch «Schaufensterkrankheit» genannt, weil Betroffene beim Gehen wegen Schmerzen immer wieder Pausen einlegen müssen. Um dies zu kaschieren, bleiben viele scheinbar interessiert vor Schaufenstern stehen.
Ursachen
Beim Gehen benötigt die Muskulatur mehr Blut und Sauerstoff. Sind die versorgenden Arterien durch Ablagerungen verengt, kann nicht genügend Blut nachfliessen. Dadurch entstehen Belastungsschmerzen, die auf eine Minderdurchblutung zurückzuführen sind.
Beschwerden
Typisch ist, dass Betroffene nach einer gewissen Gehstrecke anhalten müssen. In Ruhe verschwinden die Schmerzen meist innerhalb von ein bis zwei Minuten. Beginnt man wieder zu gehen, treten die Beschwerden erneut auf.
Behandlung
Zunächst wird abgeklärt, ob die Symptome tatsächlich durch eine Durchblutungsstörung entstehen und wo allfällige Engstellen liegen. Dazu kommen verschiedene nicht-invasive Untersuchungen wie Ultraschall, CT- oder MR-Angiografie zum Einsatz. Die Behandlung richtet sich nach der Ausprägung der Beschwerden. Ein wichtiges Element ist gezieltes Gehtraining, das die Durchblutung verbessern und neue Umgehungskreisläufe fördern kann. Zusätzlich werden Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck oder hohe Cholesterinwerte behandelt. Stehen gefährdete oder stark verengte Gefässe im Vordergrund, können diese heute meist minimalinvasiv mittels Katheterverfahren erweitert werden – beispielsweise durch Ballondilatation oder Stentimplantation. Diese Methoden werden heute sehr häufig angewandt und ermöglichen oft eine schnelle Erholung. Eine Bypass-Operation ist nur noch in seltenen Situationen erforderlich.
Beckenvenensyndrom
Beim Beckenvenensyndrom handelt es sich um eine Abflussstörung der Venen im Beckenbereich. Infolge der Blutstauung treten Beschwerden im Becken, Unterbauch oder in den Beinen auf. Ursache sind häufig Kompressionen oder Engstellen der grossen Beckenvenen.
Beschwerden
Die Beschwerden können unterschiedlich ausgeprägt sein. Typisch sind:
- Schwere- und Druckgefühl im Becken oder Unterbauch
- Schmerzen beim langen Stehen oder Sitzen oder Geschlechtsverkehr
- Krampfadern im Intimbereich
- bei Frauen teils Zunahme der Beschwerden vor der Periode
Viele Betroffene berichten, dass die Symptome im Tagesverlauf zunehmen und sich in Ruhe oder in Liegeposition bessern. Diagnostik Um das Beckenvenensyndrom zu erkennen, werden zunächst Ultraschalluntersuchungen durchgeführt. Ergänzend können venöse MR-Angiografien notwendig sein, um Engstellen, Kompressionen oder Umgehungskreisläufe darzustellen. In bestimmten Fällen erfolgt zusätzlich eine invasive radiologische Abklärung.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach den Beschwerden und der Ursache. Bei relevanten Verengungen oder Kompressionen wird häufig eine kathetergestützte Erweiterung mit Stentimplantation durchgeführt. Ziel ist es, den venösen Abfluss zu verbessern und Beschwerden zu lindern.
Lipödem
Beim Lipödem handelt es sich um eine chronische Fettverteilungsstörung, meist an Beinen und/oder Armen. Das Gewebe ist vermehrt und zugleich empfindlich und neigt zu Schwellungen. Das Lipödem ist nicht durch Übergewicht verursacht und ist nicht heilbar. Es kann jedoch gut behandelt werden.
Beschwerden
Typisch sind Druck- und Berührungsschmerzen, eine schnelle Neigung zu blauen Flecken sowie eine Umfangszunahme der betroffenen Körperabschnitte. Die Beschwerden können im Verlauf zunehmen und die Mobilität einschränken. Viele Patientinnen und Patienten empfinden die Erkrankung als belastend, auch psychisch.
Behandlung
Ziel der Behandlung ist die Linderung von Schmerzen und Schwellungen sowie die Verbesserung der Lebensqualität. Wichtig ist die Entstauung des Gewebes. Diuretika (entwässernde Medikamente) sind wirkungslos und werden nicht empfohlen. Zum Einsatz kommt vor allem die komplexe, physikalische Entstauungstherapie, bestehend aus manueller Lymphdrainage, Kompression, Bewegung und Hautpflege. Zunächst werden Kompressionsverbände verwendet, später meist massgefertigte Flachstrick-Kompressionsstrümpfe. Bei ausgeprägten Beschwerden trotz konsequenter Therapie kann eine Liposuktion (Fettabsaugung) erwogen werden. Diese kann den Umfang reduzieren und Schmerzen verbessern.
Lymphödem
Beim Lymphödem kommt es zu einer Stauung von Lymphflüssigkeit im Gewebe, meist an Armen oder Beinen. Dies führt zu Schwellungen, die im Verlauf fester werden können. Das Lymphödem kann angeboren (primär) sein oder nach Operationen, Verletzungen oder Tumorerkrankungen (sekundär) entstehen.
Beschwerden
Typisch sind Schwellungen der betroffenen Region, ein Schweregefühl, Spannungsgefühl und im späteren Verlauf eine Verhärtung des Gewebes. Die Schwellung bildet sich im Gegensatz zu anderen Ödemen nicht durch Hochlagern allein vollständig zurück und kann die Beweglichkeit einschränken.
Behandlung
Ziel der Behandlung ist die Entstauung des Gewebes und die Verbesserung des Lymphabflusses. Im Vordergrund steht die komplexe, physikalische Entstauungstherapie, bestehend aus manueller Lymphdrainage, Kompression (Verbände oder Flachstrick-Kompressionsstrümpfe), Bewegungstherapie und Hautpflege. In einigen Fällen kann zusätzlich eine intermittierende pneumatische Kompression (spezielle aufblasbare Manschetten) eingesetzt werden. Bei sekundären Lymphödemen wird – wenn möglich – auch die auslösende Ursache behandelt. Operative Verfahren zur Wiederherstellung oder Umleitung von Lymphgefässen kommen nur in ausgewählten, schweren Fällen in Betracht.
Raynaud-Phänomen
Beim Raynaud-Phänomen kommt es vorübergehend zu Durchblutungsstörungen der Finger oder Zehen, selten auch an Nase oder Ohren. Die betroffenen Körperteile werden dabei für kurze Zeit blass oder blau, später oft rötlich. Auslöser sind meist Kälte oder Stress.
Beschwerden
Typisch sind kalte, taube oder schmerzende Finger oder Zehen, die anfallsartig auftreten. Während eines Anfalls ändert sich die Hautfarbe charakteristisch in Phasen (weiss → blau → rot). Die Beschwerden sind meist vorübergehend, können jedoch im Alltag störend sein.
Diagnostik
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einem primären und einem sekundären Raynaud-Phänomen. Bei der primären Form liegt keine weitere Erkrankung zugrunde. Bei der sekundären Form hingegen kann eine rheumatologische oder gefässbedingte Grunderkrankung verantwortlich sein. Eine frühe Abklärung hilft, dies rechtzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln.
Zur Diagnostik gehören:
- Messung der arteriellen Durchblutung, z. B. mittels Oszillographie und Doppler-Ultraschall
- Kapillarmikroskopie zur Beurteilung der kleinsten Blutgefässe am Nagelfalz
- Laboruntersuchungen je nach Verdacht (z. B. rheumatologische Diagnostik)
Behandlung
Beim primären Raynaud stehen Kälteschutz, Stressreduktion und angepasste Kleidung im Vordergrund. Beim sekundären Raynaud wird zusätzlich die Grunderkrankung behandelt. Bei ausgeprägten Beschwerden können gefässerweiternde Medikamente eingesetzt werden.
Krankhafte Erweiterungen der Schlagadern (Aneurysmen)
Definition
Ein Aneurysma ist eine örtlich begrenzte, spindel- oder sackförmige, signifikante Ausweitung eines Blutgefässes. In den meisten Fällen ist eine Arterie betroffen. Deshalb spricht man bei einem Aneurysma oftmals auch von einer Arterienerweiterung oder einer arteriellen Aussackung.
Ursachen
Aneurysmen entstehen üblicherweise an Stellen, an denen die Gefässwand geschwächt ist. Dies kann seltenerweise angeboren sein oder aber auf Entzündungen und am häufigsten auf die Arteriosklerose zurückzuführen sein.
Beschwerden
Ein Aneurysma kann lange Zeit symptomlos bleiben. Treten dann Beschwerden auf, ist es meist bereits ein medizinischer Notfall , da es im Endstadium perforieren kann und es zu einer lebensgefährlichen Blutung kommt. Bei einem Bauchaortenaneurysma treten beispielsweise oftmals Bauchschmerzen im Unterbauch, ein erhöhtet Harndrang und Schmerzen im Rücken, die in die Beine ausstrahlen können, auf. Brustschmerzen, Husten, Heiserkeit, Atemnot und Schluckbeschwerden sind Anzeichen für ein Aneurysma der Hauptschlagader im Brustbereich. Ist eine Gehirnarterie betroffen, sind plötzliche, starke Kopfschmerzen, Gesichtsschmerzen, Übelkeit oder sogar Bewusstlosigkeit typisch.
Behandlung
Die Behandlung gestaltet sich je nach Ort und Grösse des Aneurysmas unterschiedlich. In bestimmten Fällen ist eine Katheterintervention ausreichend, in anderen Fällen muss offen-chirurgisch vorgegangen werden.
Thrombose
Definition
Bei einer Thrombose kommt es zu einem Blutgerinnsel in einem Gefäss, welches den Blutfluss behindert. Dabei kann es sich um ein venöses oder arterielles Gefäss handeln.
Ursachen
Die Ursachen für eine Venenthrombose sind vielfältig. Häufig kann die Ursache nicht identifiziert werden. Risikofaktoren für eine Thrombose sind beispielsweise: Operationen, Ruhigstellung von Extremitäten (z. B. Gipsbehandlung von Brüchen etc.), längere Immobilisation, vererbte oder erworbene Gerinnungsstörungen und Krebserkrankungen. Bei arteriellen Thrombosen sind die Ursachen ebenfalls vielfältig. Neben Gerinnungsstörungen können sich beispielsweise an den Wänden verkalkter Gefässe nach Plaqueruptur Thromben bilden. Und auch bei bestimmten Herzrhythmusstörungen, wie z. B. Vorhofflimmern, können sich im Herzen Thromben bilden, die Gefässe blockieren können.
Beschwerden
Die Beschwerden bei einer Thrombose hängen davon ab, ob eine Vene oder eine Arterie betroffen ist. Bei einer Venenthrombose fliesst das Blut nicht mehr richtig zum Herzen zurück, was zu Schwellungen, Spannungsgefühl oder Schmerzen in der betroffenen Region führen kann. Ist eine Arterie betroffen, wird der Blutfluss vom Herzen weg behindert. Dies führt häufig zu einer schlechten Durchblutung der betroffenen Region, die sich durch Schmerzen, Blässe oder in schweren Fällen durch das Absterben von Gewebe bemerkbar macht.
Behandlung
Mittels blutverdünnender Medikamente wird dafür gesorgt, dass die Thrombose nicht weiter wächst und sich auflöst. In bestimmten Fällen ist auch eine katheterinterventionelle Massnahme oder sogar eine offen-chirurgische Operation zur Rekanalisation des Gefässes notwendig. Zudem ist bei venöser Thrombose eine Kompression angezeigt.
Besenreiser
Definition
Kleinste blaue und rötliche Krampfadern in Netz- oder Fächerform bezeichnet man als Besenreiser. Sie liegen direkt unter der Haut und treten oftmals an den Unterschenkeln sowie an der Aussenseite der Oberschenkel auf. Besenreiser sind meist ein Problem, das vor allem als kosmetisch störend empfunden wird. Sie können aber auch Schmerzen verursachen.
Ursachen
Besenreiser sind die kleinste Form der Krampfadern und meist erblich bedingt. Aufgrund einer Stauung im Venensystem entstehen druckbedingt die feinen Äderchen in der Unterhaut (Subkutangewebe). Dadurch kommt es zu einer Erweiterung der Venen. Faktoren, die eine Stauung begünstigen, sind:
- Übergewicht
- langes Sitzen oder Stehen
- übermässig viele Sonnenbäder oder Saunabesuche
- Einnahme von bestimmten Hormonen
- Hormonschwankungen (Schwangerschaft und Wechseljahre)
Beschwerden
Meist keine. Es sind jedoch kleinste blaue und/oder rötliche Adern in Netz- oder Fächerform zu erkennen, was viele Betroffene als störend empfinden.
Behandlung
Besenreiser können entweder mittels Sklerotherapie oder oberflächlich angewandter Thermokoagulation (monopolare Radiofrequenztherapie) behandelt werden.
Ärzte-Team
Dr. med. Elvira Gloor
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